Narkoseverfahren
A) Vollnarkose
Viele operative Eingriffe können nur in Vollnarkose ausgeführt
werden. Hierbei werden die Patienten mittels spezieller Medikamente in einen
tiefen Schlaf versetzt, die Schmerzempfindung wird aufgehoben und die Muskelspannung
herabgesetzt. Zur Einleitung der Narkose muss ein Gefäßzugang
in eine der Venen – meist am Handrücken oder Unterarm –
gelegt werden. Hierüber können alle notwendigen Medikamente gespritzt
werden. Bei dieser Art der Verabreichung entfalten sie besonders schnell
ihre Wirkung.
Die Atmung wird mittels eines Beatmungsgerätes aufrechterhalten. Damit
immer ein sicherer Zugang zu den Atemwegen zur Verfügung steht, führt
der Narkosearzt zu Beginn der Narkose einen Beatmungsschlauch, den sog.
Beatmungstubus, in die Luftröhre des tief schlafenden Patienten ein.
Einige wenige, sehr kurze Eingriffe können in einer sog. Analgosedierung
ausgeführt werden, was bedeutet, dass das Kind anstelle einer tiefen
Narkose nur in einen milden Rausch versetzt wird. Die eigene Atmung bleibt
dabei erhalten und das Kind ist schnell wieder wach.
B) Regionalanästhesie
Viele operative Eingriffe können in sog. Regionalanästhesieverfahren
ausgeführt werden.
Was heißt das?
Bei einer Regionalanästhesie werden einzelne Körperbereiche –
z.B. einzelne Arme oder Beine, der Unterkörper oder Hautareale –
gezielt betäubt, ohne dass das Kind in seiner Gesamtheit einer Narkose
bedarf. Allenfalls wird ein mildes Beruhigungsmittel hinzugenommen, um Angst
oder negative Gefühle zu nehmen.
Auf diese Weise sind die Vitalfunktionen (Kreislauf, Atmung) kaum beeinträchtigt.
Eine Intubation, wie für eine Narkose notwendig, wird umgangen.
Abgesehen von wenigen Ausnahmen (bestimmte Fehler der Herzklappen, Herzrhythmusstörungen
oder Epilepsien) gibt es kaum einen Grund, bei MPS-Kindern von einer Regionalanästhesie
Abstand zu nehmen.
Die Eltern sollten die Vorbesprechung nutzen, um mit dem zuständigen
Narkosearzt zu klären, ob eine Regionalanästhesie für ihr
Kind und für den geplanten Eingriff in Frage kommt.